ECMO - Extrakorporale Membranoxygenierung

Das ECMO-Transport-Programm an der Uniklinik Köln: Mobile Herz-Kreislauf- und Lungenunterstützung rund um die Uhr

Seit 2011 verfügt die Uniklinik Köln über ein interdisziplinäres Zentrum für Patienten mit akutem Herz- oder Lungenversagen, welche durch eine mobile kompakte Herz-Lungen-Maschine im Akutzustand, zur definitiven Therapie überbrückend, behandelt werden können. Überregional steht so der Stadt Köln eine innovative akuttemporäre Therapieoption zur Behandlung von Patienten im kardiogenen Schock oder mit schwerem Lungenversagen zur Verfügung.

ECMO-Systemen und ECMO-Transporte
ECLS
ECLS

Möglichkeiten des ECMO-Einsatzes

Extra corporeal life support (ECLS), auch veno-arterielle ECMO (va-ECMO)

Im Falle eines kardialen Pumpversagens im kardiogenen Schock ist ein veno-arterieller extrakorporaler Herzkreislaufersatz (ECLS) indiziert. Dabei drainiert  eine zuführende Kanüle, die in der Regel über eine der Femoralvenen im rechten Vorhof platziert wird, das sauerstoffarme Blut vom Körper. Das ECMO-Gerät zirkuliert, angetrieben durch eine Zentrifugalpumpe, das drainierte Blut in den dazwischen geschalteten Oxygenator, der so den Gasaustausch in der Lunge ersetzt. Das so aufbereitete oxygenierte und decarboxylierte Blut wird über eine zweite Kanüle, die in der Regel in einer der Femoralarterien liegt, wieder zurück in den Blutkreislauf des Patienten geführt.

vvECMO
vvECMO

Veno-venöse ECMO (vvECMO)

Im Falle eines isolierten Lungenversagens erreicht das schon präpulmonal durch die ECMO sauerstoffangereicherte Blut über eine Kanüle, die im häufigsten Falle in der rechten Vena jugularis liegt, den rechten Vorhof und durch den rechtskardialen Trakt den Lungenkreislauf.

Mobile ECMO-Einheit

Cardiohelp-ECMO, das kleinste tragbare Herz-Lungen-Unterstützungssystem der Welt
Cardiohelp-ECMO, das kleinste tragbare Herz-Lungen-Unterstützungssystem der Welt

Neben stationären Systemen, die für klinikinterne Patienten verwendet werden, haben wir mit unseren portablen ECMO-Konsolen (Cardiohelp, Maquet GmbH & Co. KG, Rastatt, Germany) die Möglichkeit auch Patienten in externen Kliniken dieses Therapieverfahren anzubieten und nach durchgeführtem Transfer unter extrakorporaler Zirkulation die weitere Versorgung der Patientenen in unserem Zentrum durchzuführen.  Die hierfür verwendete Cardiohelp-ECMO, welche seit mehreren Jahren vom ECMO-Zentrum der Uniklinik Köln für diese Art von Patiententransporten eingesetzt wird,  ist das kleinste tragbare Herz-Lungen-Unterstützungssystem der Welt. Mit diesem System ist ein sicher Abtransport des Patienten gewährleistet und so diese hochspezialisierte therapeutische Option auch interhospital möglich.

Ablauf einer externen ECMO-Implantation

Um die Zeit der hämodynamischen oder respiratorischen Instabilität, vor allem bei laufenden kardiopulmonalen Reanimationen, so gering wie möglich zu halten, hat sich über die Jahre ein strukturiertes Procedere etabliert, welches bei teilweise aufwendigen Anfahrtswegen patientenindividuelle Merkmale und eine zügige Implantation berücksichtigt.

  1. Primärer telefonischer Kontakt mit unserem ECMO-Zentrum und Patientenvorstellung bzw. Prüfung der Indikation anhand vorgegebener Parameter.
  2. Im Falle einer veno-arteriellen ECMO-Indikation zügige Anfahrt unseres ECMO-Teams (zwei Herzchirurgen und ein Kardiotechniker mit ständiger ECMO-Dienstbereitschaft) aus dem Herzzentrum unter Hilfe der Werksfeuerwehr der Uniklinik Köln oder der Feuerwehr der Stadt Köln. Gleichzeitige beginnende Planung des Rücktransportes in Abhängigkeit der Vor-Ort-Situation.
  3. Nach Ankunft nochmalige Prüfung der Vor-Ort-Situation und definitive Indikationsstellung mit umgehender ECMO-Implantation auf der Intensivstation, im Herzkatheterlabor oder im Operationssaal und anschließende weitere Stabilisierung.
  4. Boden- oder luftgebundener Abtransport des Patienten unter Einsatz der Feuerwehr der Stadt Köln und eines für den Transport verantwortlichen Notarztes der Stadt Köln.

Unter Einhaltung dieses spezifischen Konzepts gelingt es nicht nur die Zeit bis zur definitiven Implantation so gering wie möglich zu halten, sondern auch weiterführende diagnostisch-therapeutische Maßnahmen intern zeitnah einzuleiten.

Weiterführende Versorgung von ECMO-Patienten

Die Implantation unserer extrakorporalen Unterstützungssysteme dient primär als „Bridging“-Verfahren bis zur Erholung der Herz- oder Lungenfunktion. Durch diesen extrakorporalen Kreislauf gelingt es, alle notwendigen diagnostischen Maßnahmen durchzuführen und weitere therapeutische Strategien interdisziplinär zu planen. Nach Ausreizung aller zur Verfügung stehender Maßnahmen wird bei therapierefraktären Situationen mit ausbleibender Erholung der Herz- oder Lungenfunktion die Indikation zum Einsatz von Langzeitunterstützungssystemen oder Transplantationen geprüft und patientenindividuell geplant.

Letztendlich ist die Implantation eines ECMO-Systems immer eine Einzelfallentscheidung im Sinne einer individualisierten Medizin. Die Entscheidung darüber wird interdisziplinär getroffen. Nicht immer ist eine eindeutige Indikationsstellung auf dem Boden der medizinischen Gegebenheiten möglich. Welches Verfahren unter Umständen für die Patienten in Frage kommt hängt von fallbezogenen Merkmalen und Parametern ab und wird interkollegial diskutiert und entschieden.

Priv.-Doz. Dr. Anton Sabashnikov

Priv.-Doz. Dr. Anton Sabashnikov

Schwerpunkte ECLS, ECMO, Mechanische Kreislaufunterstützung, Transplantations- und Herzinsuffizienzchirurgie

Priv.-Doz. Dr. Antje-Christin Deppe

Priv.-Doz. Dr. Antje-Christin Deppe

Schwerpunkte Herzchirurgische Intensivmedizin, Notfallmedizin, ECMO

Priv.-Doz. Dr. Elmar Kuhn

Priv.-Doz. Dr. Elmar Kuhn

Schwerpunkte Kathetergestützter Aortenklappenersatz (TAVI), Koronarchirurgie, ECMO

Team

Ilja Djordjevic
Dr. Johanna Maier
Dr. Kaveh Eghbalzadeh
Dr. Julia Merkle
Dr. Carolyn Weber

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