Herz-Bypass-Operation

Das Herz besteht zu großem Teil aus Muskelgewebe, welches über die Herzkranzgefäße mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Wenn sich in diesen Arterien Cholesterin und Kalk ablagern (Arteriosklerose), verengen sie (Stenosierung) und die Blutversorgung des Herzmuskels verschlechtert sich. Patienten spüren diesen Sauerstoffmangel des Herzmuskels meist als Engegefühl in der Brust oder durch Atemnot. Entsteht auf dem Boden solch einer Verengungen ein plötzlicher Verschluss eines Herzkranzgefäßes, liegt ein Herzinfarkt vor. Bei Fortschreiten dieser Koronaren Herzkrankheit wird eine Bypassoperation am Herzen notwendig.

Hier im Herzzentrum der Uniklinik Köln arbeiten wir in einem Team von Spezialisten zusammen. Das Herzteam wird gebildet von Herzchirurgen und Kardiologen, die aufgrund der kurzen Wege und dem hohem Maß an Erfahrung jederzeit optimal auf jede Situation vorbereitet sind.

Patienten, die bereits an einer chronischen koronaren Herzkrankheit (KHK) erkrankt sind, Angehörige und vertraute Personen können sich ausführlich in der unten für Sie bereitgestellten Broschüre informieren. Eine chronische KHK bedeutet, dass die Krankheit ein Leben lang bestehen bleibt. Bei gezielter Behandlung können Sie aber einen Zustand erreichen, der dem eines gesunden Menschen vergleichbar ist. Sie finden in der Broschüre wissenschaftlich gesicherte Informationen darüber, warum eine KHK entstehen und wie sie erkannt und behandelt werden kann. Darüber hinaus finden Sie Hinweise, wie Sie mit der Erkrankung umgehen können und wo Sie weitere Unterstützung finden. Diese Patientenleitlinie kann das ärztliche Gespräch nicht ersetzen. Sie liefert Ihnen aber den Informationshintergrund für eine gemeinsame Entscheidungsfindung.

Patientenleitlinie Chronische KHK (pdf)

Diese Patientenleitlinie, die zusammen von der Bundesärztekammer, der kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften herausgegeben wurde, vermittelt auf laienverständliche Weise die Empfehlungen der „Nationalen VersorgungsLeitlinie Chronische KHK“. Zum Nachweis der wissenschaftlichen Belege gelten die dort angeführten Quellen. Sie enthält neben den Empfehlungen der ärztlichen Leitlinie Hintergrundwissen und praktische Tipps für Betroffene, die nicht auf den wissenschaftlichen Quellen der Nationalen Versorgungsleitlinie beruhen. Für weitere Informationen können Sie sich auch gerne unter folgender Seite informieren: www.khk.versorgungsleitlinien.de

Sollte sich herausstellen, dass die Herz-Bypass-Operation die beste Therapieoption für Sie ist, dann sind Sie bei uns in den besten Händen.

In der Herzchirurgie führen wir jährlich ca. 800 - 1000 Bypassoperationen am Herzen durch. Dabei entscheiden wir in der wöchentlichen Herzkonferenz, welcher operativer Zugang und welche Operationstechnik individuell die geeignetsten sind. Dabei schöpfen wir in unserem Herzzentrum aus dem kompletten Repertoire der modernen Kardiochirurgie. Minimal-invasive Vorgehen werden ermöglicht, sobald der Befund es zulässt. Dazu gehört z.B. die MIDCAB-OP mit einem Schnitt unter der linken Brust. Ebenso wird bei einer OPCAB-OP ohne Herz-Lungen-Maschine operiert. Die Bypässe werden bei beiden Techniken am schlagenden Herzen genäht. Meist muss aber das Brustbein längs eröffnet werden (Sternotomie).

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Einblick in die bestehenden Möglichkeiten.

Verwendete körpereigene Venen und Arterien

Für die Bypässe werden körpereigene Venen und Arterien verwendet. Jeder Patient bringt also seine eigenen Gefäßtransplantate für die Bypässe bereits mit in die Klinik. Verwendet werden kann zum einen eine oberflächliche Vene aus den Beinen (s. Abbildung 1). Sie verläuft direkt unter der Haut, vom Innenknöchel bis zur Leiste.

Zum anderen dienen die Brustinnenwandarterien als Bypass. Diese verlaufen links und rechts neben dem Brustbein auf der Innenseite der Rippen.

Außerdem steht die Unterarmarterie der nicht-dominanten Hand zur Verfügung, die in besonderen Fällen entnommen werden kann.

Diese Blutgefäße können über kleine Hautschnitte präpariert werden (siehe Abbildung Saphenektomie). Ebenso ist die Gefäßpräparation endoskopisch möglich. Individuell werden wir gemeinsam mit Ihnen das Vorgehen besprechen und planen.

Total-Arterielle Revaskularisation (TAR)
Arterielles Versorgungssystem mit LIMA und RIMA
Linker ventraler Unterarm mit Verlauf der Arteria radialis

Diese Therapieoption bedeutet, dass alle Bypasses nur mittels Arterien, also ohne Beinvenenentnahme, durchgeführt werden. Zur Verfügung stehen die beiden Brustwandarterien und die Unterarmarterie des nichtdominanten Unterarms.

Der Vorteil der Arterien als Bypassmaterial im Vergleich zu den Venen ist die verbesserte Offenheitsrate und somit besseren Langzeitergebnisse. Die venösen Bypasses unterliegen zellulären Umbaumaßnahmen, die mit den Jahren zu einer Verengung führen, die eine erneute Bypass – Operation oder Herzkatheteruntersuchung notwendig machen kann. Da aber das Operationsrisiko mit steigendem Alter steigt, findet das Verfahren der TAR insbesondere bei Patienten bis zum 70. Lebensjahr Anwendung. Bei diesem Patientenkollektiv ist die erhöhte Wahrscheinlichkeit zu bedenken, dass sie erneut operiert werden müssen.

Wir werden im Rahmen der chirurgischen Aufklärung vor der Operation das für Sie optimale Verfahren mit Ihnen besprechen.

Minimal-Invasiver Direkter Coronar-Arterieller Bypass (MIDCAB)
MIDCAB

Bei der MIDCAB – Technik ist vieles anders. Diese Operation ist den Patienten vorbehalten, die lediglich einen Vorderwandbypass benötigen, der mit der Brustinnenwandarterie durchgeführt wird. Auch der Zugangsweg ist speziell. Anstatt einer Sternotomie erfolgt die Schnittführung unter der linken Brust.

Aus dieser Position heraus wird an der Innenwand des Brustkorbes die Brustinnenwandarterie präpariert. Anschließend wird diese Arterie auf die Vorderwand des Herzens genäht. Diese OP–Technik erfolgt am schlagenden Herzen ohne Herz-Lungen-Maschine.

Abbildung Sternotomie

Operativer Zugangsweg

Der operative Zugangsweg ist unter anderem abhängig von der Anzahl der Bypässe, die der Patient benötigt. Im Rahmen des chirurgischen Aufklärungsgespräches besprechen wir mit unseren Patienten ausführlich das geplante Vorgehen. Bei den meisten Operationen muss ein Längsschnitt über dem Brustbein durchgeführt werden (Sternotomie).

Herz-Lungen-Maschine
Herz-Lungen-Maschine

Die Herz – Lungenmaschine

Diese Operation kann mit und ohne Zuhilfenahme der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt werden.

Individuell planen wir für Sie Ihre Operation und die optimale Vorgehensweise.

Beide Methoden werden am Herzzentrum Köln seit mehreren Jahren mit Erfolg eingesetzt.

Operation mit der Herz-Lungen-Maschine - On-Pump
Lungenmaschine am Menschen
Lungenmaschine im OP

Die Herz-Lungen-Maschine kommt zum Einsatz bei Operationen an den Herzklappen, in der Aortenchirurgie und regelhaft bei der koronaren Bypasschirurgie. Sie ermöglicht es, am nicht schlagenden Herzen zu operieren und gleichzeitig den restlichen Körper mit sauerstoffreichem Blut zu versorgen. Die Herz-Lungen-Maschine übernimmt für die Zeit der Operation die Funktion des Herzens. So wird der Sauerstoffverbrauch der Herzmuskelzellen minimiert.

Operationen ohne Herz-Lungen-Maschine (OPCAB) - Off-Pump

Bei Patienten mit günstigen Befunden (günstiger Lokalisation und Morphologie der betroffenen Herzkranzgefäße) kann die Operation auch ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine ausgeführt werden. Bei der OPCAB-Methode (Off-Pump Coronararterien-Bypassoperation) wird zwar der klassische Zugang durch Längsspaltung des Brustbeines verwandt (eine mediane Sternotomie), doch unterscheidet sich diese Art der Operation von der herkömmlichen dadurch, dass keine Herz-Lungen-Maschine zum Einsatz kommt. Der Anschluss der Bypassgefäße erfolgt am schlagenden Herzen.

Nach oben scrollen