Kinderherzchirurgie

Von den diagnostizierten angeborenen Herzfehlern können heute etwa 80 Prozent durch Operation oder interventionelle Therapie erfolgreich behandelt werden, während bei den übrigen 20 Prozent entweder eine spontane Heilung eintritt oder diese inoperabel sind und daher früher oder später zum Tode führen. Ohne operative bzw. interventionelle Therapie ist in Abhängigkeit von der Schwere bzw. Komplexität des Herzfehlers die Lebenserwartung im Spontanverlauf sehr unterschiedlich. Sie liegt zwischen wenigen Tagen bis zu einer fast normalen Lebenszeit.

Hypoplastisches Linksherz-Syndrom
Abb. 1 Hypoplastisches Linksherz-Syndrom
Abb. 2 Transpositionen der großen Arterie
Abb. 2 Transpositionen der großen Arterie

Am Herzzentrum Köln arbeiten wir in einem hochqualifizierten Team von Kinderherzchirurgen, Kinderkardiologen, Kinderanästhesisten und Neonatologen zusammen – Hand in Hand, Tag für Tag. Die Unterbringung aller Spezialisten an einer Klinik ermöglicht durch kurze Wege und durch ein routiniertes Miteinander den reibungslosen Ablauf der Behandlung auch hochkomplexer herzkranker Kinder.

Die Kinderherzchirurgie ist europaweit ausgewiesen für Operationen an Kinderherzen. Unser Spezialgebiet sind Herzoperationen bei Neugeborenen mit Hypoplastischem Linksherz-Syndrom (Abb. 1), Transpositionen der großen Arterien (TGA) (Abb. 2), Aortenbogeneinengungen und Re-Operationen.

Zur Person

Anzahl Anzahl seiner Gesamtoperationen: 4000       
Anzahl seiner kinderherzchirurgischen Operationen: 400

Akademischer Werdegang
1988 - 1995Studium der Humanmedizin Medizin an der Universität zu Köln
07/1995AiP in der Herzchirurgie des Kaiser-Wilhelm-Krankenhaus in
Duisburg-Meiderich
08/1995 - 12/1996AiP in der Herz- und Thoraxchirurgie der Universitätsklinik
Köln
1997Approbation als Arzt
1999Promotion: Stich-, Schuss- und Pfählungsverletzungen – Prognostische Faktoren und operative
Versorgung. Medizinische Fakultät der Universität zu Köln
Klinischer Werdegang
seit 01/1997Arzt in der Herz- und Thoraxchirurgie, Uniklinik Köln
2001Facharzt für Herzchirurgie und Ernennung zum Oberarzt
11/2003Fortbildung zur Qualifikation als Transfusionsbeauftragter
09/2004Fakultative Weiterbildung Spezielle Herzchirurgische Intensivmedizin
2007Grundkurs für Hygienebeauftragte
2010Grundseminar für Sicherheitsbeauftragte
03/2011Zertifikat Chirurgie angeborener Herzfehler
11/2013Zertifikat Herzschrittmacher-, ICD-, und CRT-Therapie:  Modul 1 (Basisschrittmachertherapie),  Modul 2 (Spezielle Herzschrittmachertherapie und ICD-/CRT- und CCM-Therapie),  Modul 3 (Revision bei kardialen elektronischen
Rhythmusimplantaten)
11/2015Grundkurs und Spezialkurs im Strahlenschutz
Mitgliedschaften
Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG)
Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensivmedizin und Notfallmedizin
Klinische Tätigkeiten
Oberarzt der Herzchirurgie
Transfusionsbeauftragter
EDV-Beauftragter
DRG-/Dokumentations-/Orbis-/Qims-Beauftragter
Hygiene-Beauftragter
Sicherheitsbeauftragter
Zur Person

  • 2000 - 2006 Studium der Humanmedizin an der Universität zu Köln
  • 2006 - 2008: Assistenzärztin Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie Koblenz
  • seit 2008 Assistenzärztin in der Herz- und Thoraxchirurgie, Universitätsklinik Köln, Weiterbildung zum Facharzt für Herzchirurgie
  • 2016 Promotion an der Universität zu Köln
Häufigste Herzfehlbildungen und Fehlbildungen der herznahen Gefäße
Herz- und GefäßfehlbildungHäufigkeitSterblichkeit ohne Operation im 1. Lebensjahr
Kammerscheidewanddefekt20 - 30%0
Vorhofseptumdefekt10%0
Offener Ductus Botalli10%20%
Pulmonalstenose6 - 7%10%
Aortenisthmusstenose7 - 9%60 - 90 %
Aortenstenose4 - 6%10%
Fallot Tetralogie6 - 7%30%
Transposition der großen Gefäße (TGA)4 - 6%90%
Truncus arteriosus communis2%
Trikuspidalklappenatresie1%66%

Versorgung herzkranker Kinder außerhalb Deutschlands

Die Versorgung angeborener Herzfehler ist hier in Deutschland über alle 16 Bundesländern hinweg gesichert. Viele dieser Fehlbildungen werden bereits im Mutterleib erkannt und eine Behandlungsstrategie kann bereits vor der Geburt entwickelt werden. Es gibt aber viele Staaten, in denen es nicht ausreichend Kliniken mit großer kinderherzchirurgischer Erfahrung gibt. Auch die Ausstattung mit medizinischen Geräten oder einer Hochleistungsintensivstation wie der unseren ist nicht überall selbstverständlich.

Seit dem Jahr 2000 reist Prof. Bennink mit einem Team von spezialisierten Kollegen, Schwestern und Pflegern und mit Equipment in verschiedene Kliniken im Ausland. Dort werden die kleinen Patienten, die mit seltenen und komplexen Herzfehlern geboren worden sind, in Zusammenarbeit mit örtlichen Kinderherzchirurgen operiert und nachversorgt.  

Diese humanitären Einsätze begannen damals in der Universitätsklinik in Kairo. Seit 2006 wurde das Entwicklungshilfeprojekt ausgeweitet auf Sousse in Tunesien. Zwei Mal im Jahr operiert Prof. Bennink nun in Sofia in Bulgarien in dem einzigen kinderherzchirurgischen Zentrum des Landes mit den dortigen Kollegen.

Nach oben scrollen