21.09.2018

Dr. Dörr erhält DGT-Forschungspreis

Neue Therapieansätze beim kleinzelligen Bronchialkarzinom ausgezeichnet

Dr. Fabian Dörr, Foto: Uniklink Köln
Dr. Fabian Dörr, Foto: Uniklink Köln

Dr. Fabian Dörr, Assistenzarzt in der Klinik für Herzchirurgie, herzchirurgische Intensivmedizin und Thoraxchirurgie der Uniklinik Köln, ist mit dem Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung fand am 13. September 2018 im Rahmen der 27. Jahrestagung der DGT in Mannheim statt. Den mit 2.000 Euro dotierten Preis verleiht die Fachgesellschaft für neue Erkenntnisse im Bereich des kleinzelligen Bronchialkarzinoms.

Dr. Dörr forschte von April 2016 bis März 2017 im Labor von Univ.-Prof. Dr. Christian Reinhardt, geschäftsführender Oberarzt der Klinik I für Innere Medizin, an der zweithäufigsten Entität der Lungenkarzinome. Seine Freistellung von der klinischen Arbeit realisierte er über eine Gerok-Stelle, die von der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln vergeben wird. Die im Rahmen der Laborrotation erzielten Ergebnisse veröffentlichte er bereits im November 2017 unter dem Titel “Targeting a non-oncogene addiction to the ATR/CHK1 axis for the treatment of small cell lung cancer” in Scientific Reports.

Das kleinzellige Bronchialkarzinom ist ein schwer zu behandelnder Subtyp des Lungenkrebses. Eines seiner Kennzeichen ist sein gutes, jedoch in der Regel nur vorübergehendes Ansprechen auf Chemotherapie, sodass Patienten häufig bereits innerhalb eines Jahres nach der Diagnose der Krankheit erliegen.

Dr. Dörr und seine Kollegen führten eine Transkriptomanalyse der wichtigsten humanen Lungenkrebsentitäten durch und zeigten insbesondere beim kleinzelligen Bronchialkarzinom eine signifikante Überexpression von Genen, die an der DNA-Schadensantwort beteiligt sind. Darüber hinaus zeigten sie in drei unterschiedlichen Mausmodellen, dass sowohl murine als auch humane Tumore des kleinzelligen Bronchialkarzinoms sehr empfindlich auf ATR- und CHK1-Inhibitoren reagieren.

Zukünftig gilt es zu prüfen, ob dieser Therapieansatz auch bei Patienten zu einer Verringerung des Tumorvolumens führen kann. In diesem Fall könnten Patienten in einem fortgeschrittenen Stadium profitieren und kämen unter Umständen sogar für eine Operation in Frage.

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