10.07.2018

Interessante Einblicke am »Tag der offenen Tür«

Experten erklären was moderne Herzmedizin leisten kann

Außenansicht des Herzzentrums der Uniklinik Köln, Foto: Uniklinik Köln
Außenansicht des Herzzentrums der Uniklinik Köln, Foto: Uniklinik Köln

Am 7. Juli 2018 bei schönstem Sommerwetter hat das Herzzentrum der Uniklinik Köln den Kölner Bürgern seine Tür geöffnet. Bei strahlendem Wetter gab es die Gelegenheit, sich mit allen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten im Herzzentrum vertraut zu machen oder sogar die eigene Gesundheit vor Ort untersuchen zu lassen.

Die Kardiologie, die Herz- und Thoraxchirurgie, die Kinderkardiologie und die Gefäßchirurgie boten ein breites Informations- und Unterhaltungsprogramm. In der Eingangshalle konnten sich die Besucher mit der Behandlung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern beschäftigen und sich erklären lassen, wie die winzigen Patienten auf einer Intensivstation versorgt werden. Univ.-Prof. Dr. Konrad Brockmeier erklärte persönlich, was moderne Medizin heute möglich macht und welche komplexen Herzoperationen in den frühen Lebensjahren durchgeführt werden können.

Auch neue interdisziplinär/interventionelle Techniken wurden vorgestellt. So erfuhren die Besucher, wie heutzutage katheterinterventionell Herzklappen im Rahmen einer circa einstündigen Behandlung bei Fehlern der Aortenklappe eingesetzt werden können. Oberarzt Dr. Matti Adam aus der Kardiologie demonstrierte, welche Klappen und welche Technologien zur Anwendung kommen.

Das Projekt „Defi-Köln“ demonstrierte, wie Passanten in einem Notfall mit einem Defibrillator, der in allen Sparkassenfilialen vorgehalten wird, Patienten helfen können. Viele Teilnehmer verloren durch die Demonstration der Anwendung des Gerätes ihre Scheu davor, es tatsächlich auch selbst zu benutzen.

Auch der Förderverein des Herzzentrums informierte mit einem breiten Programm. Er zeigte, welche Angebote, zum Beispiel in Form der Herzsportgruppen er unterstützt und welche vielfältigen Informationsmöglichkeiten sich durch die Mitgliederzeitschrift und durch das Mitmachen ergeben. Engagiert beantworteten Ellen Kretschmann-Kandel und Gaby Rodenkirchen die zahlreichen Fragen.

Die musikalische Hintergrundgestaltung und damit Abrundung übernahm Bernd Gast mit instrumentaler Gitarrenmusik. Er spielte verschiedene bekannte Songs, aber auch stimmungsvolle Eigenkompositionen.

Weiterhin zeigten Stationen im Erdgeschoss des Herzzentrums Details zur Diagnostik und Therapie von Herzerkrankungen. Im Echo- und EKG-Labor erhielten viele Besucher kostenlos ein Elektrokardiogramm ihres Herzens, welches Ärzten umgehend interpretierten. Ultraschalluntersuchungen des Herzens wurden vorgeführt und stellten Herzkammer- und Herzklappenfunktion im Detail dar.

Aber auch die Herzkatheter-Räumlichkeiten und das Elektrophysiologische Labor konnten erstmals von Besuchern direkt besichtigt werden. Im Herzkatheterlabor demonstrierte Assistenzart Dr. Victor Mauri, welche Herzkatheter bei der Behandlung von Einengungen der Herzkranzgefäße zur Anwendung kommen. Im elektrophysiologischen Labor erklärte Prof. Dr. Daniel Steven moderne Methoden zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen. An eindrucksvollen Bildern am Herzmonitor zeigte er den Zuschauern neuartige Schrittmacher und Einblicke in die Vorkammer des Herzens, wo er so genannte Ablationslinien anlegt, um Herzrhythmusstörungen zu behandeln.

Zur Absicherung aller Behandlungsmethoden verfügt das Herzzentrum über eine hochmoderne Intensivstation in der Herz- und Thoraxchirurgie mit 24 und in der Kardiologie mit 6 Betten. Die Experten richteten ein Intensivbett so her, dass die Besucher selbst einmal ein Beatmungsgerät, Perfusoren und weitere Behandlungsmethoden bis hin zur Herzunterstützung aus der nächsten Nähe anfassen konnten. Die Kardiotechniker stellten mit ihrer Aktion eine voll aufgerüstete Herz-Lungen-Maschine in der Halle dar, sodass sich jeder Besucher als Kardiotechniker ausprobieren konnte.

In Vorträgen erläuterten Dr. Stefanie Wendt, Herz- und Thoraxchirurgie, Dr. Mir Majd aus der Gefäßchirurgie, Prof. Dr. Daniel Steven und Univ.-Prof. Dr. Stephan Baldus die Behandlung von Herzerkrankungen. Sie beantworteten alle Fragen zu Schaufensterkrankheit, zu Rhythmusstörungen und Herzklappenerkrankungen.

Ein weiteres Highlight war die Liveübertragung einer Herzoperation über die Videoanlage – eine vom Förderverein gestiftete Kommunikationsplattform. Interessierte Besucher konnten zehn Mitarbeiter des Herzzentrums bei einer Bypassoperation beobachten. Alle aufkommenden Fragen wurden direkt in Rückkopplung mit dem Operateur Priv.-Doz. Dr. Ferdinand Kuhn-Régnier besprochen. Diese Aktualität und das persönliche Dabeisein sorgten für Spannung und Begeisterung bei jedem Zuschauer. Eine tolle Überraschung, mit der viele nicht gerechnet hatten.

Darüber hinaus bot der Tag der offenen Tür die Möglichkeit, mit allen Ärzten und Experten persönlich ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen, die einen persönlich betreffen, oder die man schon immer mal fragen wollte. Große Begeisterung war an diesem Morgen spürbar und zeigte sich auch in vielen positiven Rückmeldungen. Sicherlich nicht zuletzt auch wegen des tollen Wetters, dem leckeren Eis und Cappuccino, die vor dem Herzzentrum angeboten wurden. Nach vier Stunden voller Eindrücke und Informationen genossen die Besucher die Reststunden dieses schönen Sommertages.

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